Kajak aus Kunststoff. Restaurierung

Kaum hat man ein Kajak, schon beginnt das Abenteuer.

Reportage,Bericht.

Ende März 2015 kaufte ich mir ein nicht neuwertiges Kajak aus Glasfaser verstärktem Kunststoff. (GFK)

Bereits der Transport auf dem Autodach erwies sich schwieriger denn angenommen. Das Kajak wanderte auf den provisorisch aus Dachlatten bestehenden Dachgepäckträger hin und her und rutsche immer weiter nach vorne. Auf der Landstraße blinkten mir die LKWs auf. Ich sollte doch schneller fahren. Am nächsten Rastplatz fuhr ich raus und spannte die Gurte noch einmal nach. Aber erst der Gurt vorne zum abschlepp Hacken brachte Beruhigung ins Kajak. Das ging ja schon mal gut los.Antransport

Anfang Mai war das Wetter wärmer und beständiger  ich besichtigte meinen Kauf kritisch. Rasch kam ich zu dem Entschluss, dass ich so nicht damit rumfahren wollte. Eine Renovierung wurde geplant. Als erstes wog ich das Kajak mit einer Kofferwaage.IMG_0260 Gewicht

37,9 KILOGRAMM ohne Spritzschutzdecke. So ein schweres Teil wollte ich eigentlich gar nicht haben. Es machte aber einen sehr stabilen Eindruck.

IMG_0281 mit Spritzschutz

Erst mal wurden alle losen Teile entfernt. Weiterhin das Boot außen sowohl innen gründlich mit viel Wasser gereinigt.

Unter den Klebestreifen am Süllrand und dem Seitenstreifen kamen einige Reparatur bedürftige Stellen zum Vorschein.

IMG_9896unterm klebebandIMG_0292süllrandIMG_9900untern klebeband

Bei dem Boots-material handelt es sich um Glasfaser verstärktem Kunststoff kurz GFK genannt.

GFK ist ein ungemein gutes Material um Boote zu bauen. Holzboot Besitzer nennen solche Boote Joghurt Becher. Aber damit muss man leben als GFK Boot Eigner.

GFK ist sehr pflegeleicht und robust. Zudem nicht teurer als andere Bootsmaterialien. Es ist leicht zu bearbeiten. Zu schleifen, bohren darüber hinaus zu sägen.

Hier ein Handelsübliches GFK Reparatur Set. Genau aus diesen Teilen besteht ein GFK Boot.

IMG_0273 Polyharz

Polyesterharz mit Härter und Glasfasermatte.

Epoxidharz (Epoxi) ist genauso leicht zu verarbeiten zugleich haftet es wesentlich besser denn Polyesterharz auf  verschiedensten Untergründen. Zum Verdicken und dadurch leichter zu spachteln verwendete ich Baby Puder. Epoxidharz kostet zugegeben wesentlich mehr als Polyesterharz. Bei kleinen Mengen lohnt sich aber die Investition.

IMG_0267 epoxi set

Holzleim auf Polyurethan Basis PU Schaum kam zum Einsatz um die großen Öffnungen zwischen Boot und Süllrand (Spritzschutz Halterung) zu füllen. Nach dem Aufschäumen wurden die Überstände mit einem breiten Schraubendreher unkompliziert weggemeißelt.

IMG_0292süllrandIMG_0308PU schaumIMG_0309PU schaum

Das Kajak wurde erst einmal komplett an geschliffen

IMG_0302schleifen und spchteln.

Dafür verwendete ich ein Schleifscheiben Set mit verschiedenen Körnungen außerdem einfach zum Benutzen mit der Bohrmaschine oder Akku Schrauber.

IMG_0274 Schleifscheiben Set

Kleinere Stellen zum Reparieren wurden mit Bleistift angezeichnet und mit Epoxi verspachtelt. Mein verwendetes Epoxi war innerhalb 5 Minuten fast ausgehärtet. Daher konnte es bald wieder an geschliffen werden.

IMG_0295abgeplatzter gelkotIMG_0298Riss mit epoxi

Das ging dann zwei Tage so. Schleifen und spachteln und schleifen und spachteln. Wenn man meint jetzt ist man fertig tauchen wieder stellen auf die nach Überarbeitung schreien.

IMG_0307schleifen und spachteln IMG_0299schleifen und spchteln

Ich gab mir einen Ruck und brachte das Kajak nach gründlicher Schleifstaub Reinigung in die Garage zum Lackieren. Um Insekten Blütenstaub und Wind und Regen weitestgehend abzuhalten.

Beim Kauf des Bootlackes lies ich mich im Baumarkt beraten.

IMG_0268 Lacke

Da ich die weiße Farbe auch für den Innenanstrich des Kajaks verwendete habe hätte der Lack beinahe nicht gereicht. Die Reste von Klarlack und Rot habe ich für Ausbesserungen aufgehoben.

Nach 2 Tagen Trockenzeit brachte ich das Kajak zurück in den Garten um es bei Sonnenschein restlos zu trocknen. Und mein Werk bei Tageslicht zu begutachten.

IMG_0348 gesamtansicht fertig IMG_0361fertig

Über kleine Unregelmäßigkeiten im Spachteln und Farbauftragung sah ich großzügig hinweg. Mir gefiel es jetzt wesentlich besser als vorher.

Nach den bald anstehenden Probefahrten werden sich unweigerlich bald wieder Kratzer in dem Bootsrumpf eingefunden haben.

Später mehr von helfeipics

Helmut aus Wiesent bei Regensburg.

Advertisements

3 Kommentare zu „Kajak aus Kunststoff. Restaurierung“

  1. Danke für die vielen Tipps zur Restaurierung! Ich wollte mein altes Kajak schon wegwerfen, habe es aber dank deiner Tipps wieder einigermaßen hinbekommen. Allerdings habe ich mir neue Sitze gekauft, da die komplett durch waren.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s